In Deutschland gibt es im Bereich Informationsmanagement verschiedene Wege sich weiterzubilden. Die Aus- und Weiterbildung im Bereich Informationsmanagement entwickelt sich in Deutschland rapide. 15 deutsche Hochschulen bieten Informationsmanagement in 24 Studiengängen an (Studis.online). Aber was tut sich im Weiterbildungsbereich? Eine Antwort bietet die (Tekom) als Vorreiter bei im Thema technische Dokumentation, und sie bietet in diesem Bereich auch Zertifizierungen an.

Im internationalen Umfeld ist die US-amerikanische Organisation AIIM (Association for Information and Image Management) vermutlich bekannter. Die Zertifizierung, die sich an der Praxis und jahrelanger Erfahrung orientiert, nennt sich CIP – Certified Information Professional.

Schon gewusst?

Die Berufsbezeichnung „Technischer Redakteur“ wurde von der Gesellschaft für Technische Kommunikation (Tekom) mit der Bundesagentur für Arbeit vereinbart.

2016 gab es in Deutschland etwa 85.000 hauptamtliche Technische Redakteure. Ein Großteil der Dokumentationen wird jedoch von Personen verfasst, die eigentlich andere Hauptaufgaben haben, so dass das Berufsbild des Technischen Redakteurs vielen Unternehmen unbekannt ist. (Wikipedia)

 

Warum zertifizieren?

Laut payscale.com sind Unternehmen bereit 27% mehr für einen zertifizierten Experten zu zahlen als für einen vergleichbaren Spezialisten. Doch es lohnt sich nicht nur finanziell.

Hemaben Patel, ECM Lead für eine große Airline, erklärt: „Das CIP Zertifikat gibt meinen internen Kunden und Partnern das Vertrauen, dass meine vorgeschlagenen Strategien und Lösungen auf Erfahrung und Best Practice beruhen.“ (AIIM)

Der CIP Kurs und der CIP Study Guide bieten darüber hinaus wertvolle Lerninhalte. Mehr Details dazu im weiteren Verlauf. Das CIP Zertifikat belegt, was Sie spätestens durch die CIP Zertifizierung sind: Ein Experte für intelligentes Informationsmanagement, oder anders gesagt, ein Information Manager.

Falls Sie bisher als Technischer Redakteur tätig waren und sich weiterentwickeln möchten, könnte die Zertifizierung zum Certified Information Professional der erste Schritt in Richtung Information Manger sein. Die Verantwortungen eines Information Managers sind wesentlich höher und umfangreicher. Das CIP Zertifikat hilft Ihnen im internationalen Umfeld eine entsprechende Position zu erreichen.

 

Für wen ist der CIP interessant?

Der CIP ist vor allem interessant für

  • Information Management Berater
  • Technische Redakteure
  • Projektleiter, -manager und -teammitglieder für Information Management Projekte
  • Mitarbeiter aus dem Bereich des Records Managements, Dokumentenmanagement, elektronische Archivierung und Enterprise Content Management
  • IT Management und IT-technische Mitarbeiter
  • Information & Compliance Officer

Intelligentes Informationsmanagement kann jedoch auch für Personengruppen aus den folgenden Bereichen ein spannendes Thema sein:

  • Risiko Management
  • Business Analyse
  • Prozessdesign
  • IT Koordination
  • Change Management
Testen Sie sich!

Sind Sie bereit für die Zertifizierung? Es gibt eine frei verfügbare Prüfung, um sich selbst zu testen: Beispielprüfung

 

Seit Mai 2019 noch praxisorientierter

Die Zertifizierung zum CIP gibt es schon mehrere Jahre, doch im Mai 2019 gab es einige inhaltliche Änderungen. Unter anderen wurden Erfahrungen aus der Praxis berücksichtigt. Hierzu gehört die Erkenntnis, dass Organisationen keine ECMs mehr benötigen („ECM is now dead“, Gartner.  aiim). Auf den Punkt gebracht: Heute versteht man besser, dass die Herausforderung nur bedingt technologisch ist. Auf ein einzelnes Kapitel zur Technologie wollten die Autoren aber dennoch nicht verzichten. Technologie ist eben auch ein wichtiges Werkzeug, um den Herausforderungen beim Erstellen intelligenter Information zu begegnen:

  • Modernisierung des Informations-Toolkits
  • Kernprozesse in Unternehmen digitalisieren
  • Compliance & Governance automatisieren
  • Einsatz von Analytics und Machine Learning

Diese Erkenntnis spiegelt sich auch im neuen Aufbau der Lernbereiche, die sich auf die folgenden Inhalte konzentrieren:

  1.   Creating and Capturing Information
  2.   Extracting Intelligence from Information 
  3.   Digitalizing Core Business Processes
  4.   Automating Governance and Compliance
  5.   Implementing an Information Management Solution
Sie sind bereits CIP?

Was sind die Unterschiede zur Vorversion? Das erste und letzte Kapitel sind inhaltlich ähnlich. Im Mittelteil wurden Inhalte zusammengefasst und neue Schwerpunkt gesetzt:

  1. Creating and Capturing Information
  2. Organizing and Categorizing Information
  3. Governing Information
  4. Automating Information-Intensive Processes
  5. Managing the Information Lifecycle
  6. Implementing an Information Management Solution

 

Aufwand, Umfang

Die Zertifizierung besteht aus 100 Multiple Choice Fragen. Dabei sind die einzelnen Bereiche unterschiedlich gewichtet. Die Gewichtung kann dem Study Guide entnommen werden. Um zu bestehen müssen 60 % der Punkte erreicht werden.

Der Kurs liegt für Nicht-Mitglieder der AIIM bei $ 1785 USD, doch meiner Erfahrung nach ist der für Technische Redakteure nicht erforderlich. In der Regel reichen die praktische Erfahrung und eine gründliche Auseinandersetzung mit dem Study Guide.

Der CIP Study Guide ist kostenfrei für Professional Members. Alle anderen bezahlen überschaubare $ 60 USD.

Die Prüfungsgebühr liegt bei $ 385 USD (Mitglieder $ 349 USD).

(Die Mitgliedschaft liegt bei $ 169 USD jährlich. Ich persönlich schloss vor der Zertifizierung die Mitgliedschaft ab. Damit erhielt ich Zugang zur Community und bekam in Summe auf den Study Guide und die Prüfung $ 100 USD Rabatt.)

 

Zusammenfassung

Zertifizierungen helfen der beruflichen Karriere. Wenn Sie den Schritt vom Technischen Redakteur zum Information Manager wagen möchten, empfiehlt sich gerade im internationalen Umfeld die Zertifizierung zum CIP. Sie basiert auf jahrelanger, wertvoller, praktischer Erfahrung und wurde im Mai 2019 zeitgemäß komplett überarbeitet. Die zeitlichen und finanziellen Aufwände können durch praktische Erfahrung und eigenverantwortliche Vorbereitung minimiert werden.

Warum sollten sich Technische Redakteure zum CIP zertifizieren (PDF)

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Impressum: 
Datum: August 2019
Autor: Jennifer Gitt
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